700 DNK-Anwender: Trend nach oben

Die Zahl der DNK-Anwender hat im Juli 2021 700 erreicht. Vor fast genau einem Jahr waren es noch

Die Zahl der DNK-Anwender hat im Juli 2021 700 erreicht. Vor fast genau einem Jahr waren es noch 600. Wir haben die Entwicklung in der DNK-Datenbank in diesem Jahr analysiert die folgenden 5 Entwicklungen beobachtet:

 

1. Anzahl der DNK-Erklärungen wächst stetig: Ende Juni 2021 gab es insgesamt 564 DNK-Erklärungen von 700 Unternehmen und Organisationen. Dies entspricht einem Anstieg von 20 % zum Vorjahr (1.252 DNK-Erklärungen von 600 Unternehmen). Auch die Anzahl der Erklärungen pro Anwender ist gestiegen, von 2,02 auf 2,23 Erklärungen pro DNK-Anwender.

2. Anzahl der Wiederholungstäter steigt: Neben den 100 neuen DNK-Erklärungen wurden im letzten Jahr über 200 weitere Erklärungen hochgeladen. Ein Unternehmen hat 2021 seine zehnte DNK-Erklärung abgegeben und als einziges Unternehmen in allen Jahren seit Einführung des DNKs eine Erklärung eingereicht. Zum Juli 2020 hatten 5,3 % der Unternehmen mehr als 5 DNK-Erklärungen (32 Unternehmen). In diesem Jahr sind es 6,8 % (oder 48).

 

3. Bestimmte Branchen haben eine höhere Affinität zum DNK: Der DNK ist für jede Branche geeignet. Doch gewisse Branchen sind wesentlich öfter vertreten als andere. Grund dafür könnte die regionale Marktpräsenz der Unternehmen dieser Branchen sein. Die TOP5-Branchen sind im Beobachtungszeitraum gleichgeblieben. Die meisten DNK-Anwender sind nach wie vor Banken, was mit dem in Kraft treten des CSR-RUG zu erklären ist. Ihre Anzahl hat sich im letzten Jahr kaum verändert. Einen wesentlichen Anstieg von ca. 25 % verzeichnet hingegen die Wohnungs- und Immobilienbranche (von 34 auf 43 Unternehmen). Auch Anbieter kommerzieller Dienstleistungen berichten vermehrt nach DNK-Standard (von 106 auf 122 Unternehmen).

4. Anteil der GmbHs steigt: Die Verteilung der DNK-Anwender nach Rechtsform ist relativ gleich verteilt. Die gängigsten Rechtsformen sind im Juli 2020 und Juli 2021 identisch. Dabei fällt auf, dass der Anteil der GmbHs deutlich gestiegen ist, und zwar um 25 % und macht fast 30 % aller DNK-Anwender aus (199 von 700). Jedes zweite neue Unternehmen im Beobachtungszeitraum ist eine GmbH gewesen. Eine mögliche Erklärung dafür könnte der allgemeine Transparenzdruck von Seiten der Politik und der breiten Öffentlichkeit sowie die anvisierte Ausweitung der Nachhaltigkeitsberichterstattung auch für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen sein.

 

5. Die KMU holen auf: Was die Unternehmensgröße betrifft, fällt vor allem auf, dass sich die Anzahl der DNK-Anwender mit bis zu 500 Beschäftigten erhöht hat. Deren Anteil betrug im Juli 2021 knapp über die Hälfte aller DNK-Anwender. Im Großen und Ganze haben sich die Verhältnisse im Berichtzeitraum jedoch beibehalten.

Der DNK im Umfeld der neuen Transparenzanforderungen

Seit der Einführung der Berichtspflicht für große kapitalmarktorientierte Unternehmen (CSR-RUG) in 2016 gab es einen deutlichen Anstieg der DNK-Erklärungen mit mehr als 300 pro Jahr. Dabei gab es sowohl mehr Erstberichtende als auch Wiederholungstäter. Ein Grund ist sicherlich auch die kontinuierliche Erstellung neuer Branchen-Leitfäden, die es den Unternehmen erleichtern, sich mit dem DNK auseinanderzusetzen.

Mit der geplanten Ausweitung der Berichtspflicht (CSRD) – egal in welcher Form sie auch kommen wird – wird sich die Zahl sicherlich weiter erhöhen. Auch wenn die Kommission für 2022 einheitliche Berichtsstandards plant, werden Standards wie der DNK und GRI relevant bleiben. Denn Unternehmen können mit der reinen Erfüllung der Berichtspflicht nicht werben – sie werden nach wie vor solche Standards brauchen, die sich auch stets weiterentwickeln und sicherlich über die Berichtspflicht hinausgehen werden.

Standards garantieren demgegenüber eine bestimmte Mindestqualität der Berichterstattung und gehen oft über reine Berichtspflichten hinaus. Als anschlussfähiges und politisch unterstütztes Rahmenwerk, wird der DNK auch profitieren. Dafür spricht auch das Ende 2021 zu erwartende Gutachten zu den Schnittmengen zwischen DNK und SDGs, EU-Taxonomie und Berichtspflicht (CSRD).

Auch wir arbeiten an der Weiterentwicklung und Verbreitung des DNKs und schauen zuversichtlich auf die Neuentwicklungen. Neben unseren DNK-Veranstaltungen im Online-Format haben wir das Format DNK-Lunch ins Leben gerufen, um den Austausch zwischen Organisationen zu fördern, die mit dem DNK bereits arbeiten. Unser nächster Termin für beide Formate ist 5. Oktober 2021. Zudem sind wir gerade dabei, in Zusammenarbeit mit der BVE, den DNK-Branchenleitfaden für die Ernährungswirtschaft zu aktualisieren.