E-Autos: Eine Lösung für die nachhaltige Mobilität?

Als aktiver Partner des BVMW Osnabrück haben wir am 31. August 2017 zwei Workshops zum Thema nachhaltige Innovationen

Als aktiver Partner des BVMW Osnabrück haben wir am 31. August 2017 zwei Workshops zum Thema nachhaltige Innovationen durchgeführt. Die durchweg positiven Rückmeldungen freuen uns sehr. Zudem haben sich als Produkt der kollektiven Intelligenz mindestens drei Thesen herauskristallisiert, welche zum Umdenken und Handeln beitragen könnten.

Im Rahmen der Innovationsoffensive „Mittelstand und Gründer“ hat auch der BVMW Osnabrück eine Veranstaltung am 31. August 2017 durchgeführt. In unseren zwei Workshops haben wir uns mit der Frage beschäftigt: Wie nachhaltig sind eigentlich E-Autos?

Bei der Beantwortung  der Frage haben wir vier Perspektiven herangezogen: Kunden, Umwelt, Gesellschaft und Lieferanten. Spannend fanden die Teilnehmer unter anderem das Zusammenbringen der positiven und negativen Auswirkungen aus den unterschiedlichen Sichtweisen. Dabei haben wir drei Thesen formuliert, die als Gesamtergebnis der Workshops dienen.

These 1: E-Autos sind eine Lösung! Aber nur für den nachhaltigen Individualverkehr.

E-Autos  adressieren die Herausforderung der individuellen Mobilität. Die systemische Herausforderung der nachhaltigen Mobilität können diese nicht lösen. Eine ganzheitliche nachhaltige Mobilität umfasst viel mehr als die Umstellung auf Elektromobilität. Diese soll auch möglichst klimaneutral gestaltet werden. Dafür sind Infrastruktur, alternative Mobilitätskonzepte (z.B. carsharing) und vor allem eine Einbindung der Akteure entlang der gesamten Lieferkette ausschlaggebend. Auch soziale Aspekte, z.B. Schaffung zukunftsfähiger bzw. Minimierung des Verlusts klassischer Arbeitsplätze, spielen hierzu eine wichtige Rolle.

These 2: E-Autos sind ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wir könnten und sollten jedoch einen Schritt weiter denken.

Wenn E-Autos nur ein Teil der Lösung sind, sollten wir vielleicht systemisch denken. Das heißt, wir betrachten E-Autos als eine kurze Zwischenstation in Richtung nachhaltiger Mobilität. Die Digitalisierung stellt hier eine Chance dar. Mit Hilfe digitaler Medien lassen sich komplexe Systeme besser erfassen und analysieren. So können die Lösungen für größere Herausforderungen wie diese abgeleitet und umgesetzt werden.

These 3: Mit oder ohne uns, E-Autos sind im Kommen. Wir müssen mitgehen.

Für alle wichtigen Anspruchsgruppen stellt sich Bildung als der Schlüssel auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität dar. Das Fehlen von Wissen und Knowhow über E-Autos kann und muss von neuen Studiengängen im Hochschul- und Berufsschulbereich verbessert werden. Voraussetzung dafür ist die sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Autoherstellern, Politik, Wissenschaft, Lieferanten und NGOs. Die Zusammenarbeit wird helfen, das  bereits bestehende Wissen und Knowhow in bestehende oder ganz neue Fächer und Studiengänge zu integrieren.

Die wichtigsten Aspekte für die diversen Anspruchsgruppen

  • Kunden

Die große Herausforderung ist das Preis- Leistungsverhältnis. Zusätzlich besteht das Problem der mangelnden Infrastruktur für das Halten eines E-Autos.  Gleichwohl wird das E-Auto auf politischer Ebene nicht nur gefördert, sondern mittlerweile auch gefordert (Stichwort „E-Auto-Quote“). Was dies für Kunden und Verbraucher bedeutet ist noch unklar. Der Ausbau der Infrastruktur  deutet jedoch auf einen Trend hin. Dazu kommt, dass E-Auto als Statussymbol gesehen werden kann.

  • Umwelt

Das größte Problem aus der Umweltperspektive stellen die E-Auto- Batterien dar. Dies bezieht sich weniger auf die Nutzung sondern auf die Herstellung und Entsorgung der Batterien. Hier sollten Wissenschaft und Unternehmen, aber auch Lieferanten, Kunden und NGOs einbezogen werden, um Lösungen zu finden und diese später politisch zu werben.

  • Gesellschaft

Wichtigster Aspekt ist der mögliche Wegfall von „klassischen“ Arbeitsplätzen in der Automobilbranche. Allerdings werden gleichzeitig Arbeitsplätze in neuen Sektoren entstehen. Der Aufbau neuer Arbeitsplätze hängt zudem stark mit dem Wissensstand von Ingenieuren und Handwerkern zusammen. Die Herausforderung dabei ist, dass das technische Wissen über das E-Auto noch wenig ausgeprägt ist.

  • Lieferanten

Die Anpassung der Lieferanten ist die größte Herausforderung. Umschulung und Weiterbildung der Mitarbeiter sind bei der Umsetzung neuer Infrastrukturmaßnahmen existenziell und könnten für Lieferanten überlebenswichtig sein. Das Missachten dieses Trends könnte darüber hinaus zu Entlassungen und starkem Wettbewerbsdruck führen.